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Wissenschaft

Eckernförder Bucht

800-Kilo-Messstation von Meeresgrund verschwunden

Wissenschaftler stehen vor einem Rätsel: Eine Station, die in der Ostsee Umweltdaten sammelte, ist verschwunden. Waren Diebe am Werk?

Forschungstauchzentrum der Uni Kiel/ DPA

Teil des Unterwasserobservatoriums des Geomar Helmholtz-Zentrums

Mittwoch, 04.09.2019   16:59 Uhr

Als Geoforscher rechnet man mit vielem: dass plötzlich kein Geld mehr da ist, um die Arbeit zu finanzieren, beispielsweise. Und dass das Wetter mal nicht mitspielt, ist auch keine Seltenheit.

Aber dass einem eine Messstation abhanden kommt, die mehr als eine halbe Tonne wiegt und am Meeresgrund steht?

Genau das ist nun Wissenschaftlern des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung in Kiel passiert. Ein sogenanntes Unterwasser-Observatorium ist verschwunden. Die Anlage gilt seit dem 21. August als verschollen - an dem Tag war die Datenübertragung plötzlich abgebrochen. Inzwischen ermittelt die Polizei. Doch auch die Beamten hätten bisher keine plausible Erklärung für das Verschwinden, sagte ein Polizeisprecher.

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Taucher konnten die etwa einen Meter hohen Geräte nicht finden. Entdeckt wurde nur ein zerfasertes Anschlusskabel. Wegen des Gewichts der Gestelle und der massiven Kabelverbindungen schließt das Geomar Stürme, Strömungen oder Meerestiere als Ursache für das Verschwinden aus. Waren Diebe am Werk?

"Wir können uns nicht vorstellen, dass Diebe gezielt das in 22 Meter Tiefe auf dem Meeresboden stehende Observatorium gefunden und dann mit schwerem Gerät entwendet haben", sagte ein Geomar-Sprecher.

"Zudem war die Anlage aus zwei 550 und 220 Kilo schweren Gestellen in einem Sperrgebiet für Sportboote und Berufsschifffahrt - und der genaue Standort war öffentlich nicht bekannt", hieß es weiter. Auch Fischerboote dürften dort nicht fahren. Nun solle geklärt werden, ob Schiffe am 21. August in dem Sperrgebiet unterwegs waren.

300.000 Euro Kosten, unbezahlbare Daten

Das Observatorium stand etwa eine Seemeile vor der Küste auf dem Meeresgrund am Ausgang der Eckernförder Bucht. Die Ende 2016 installierte Anlage hat einen Wert von etwa 300.000 Euro. Sie erfasste Temperatur, Salz- und Sauerstoffgehalt und Nährstoffmengen. Eines der Geräte ist für die Stromversorgung der Anlage verantwortlich und über ein Kabel mit der Küste verbunden. Das andere Gestell trägt die eigentlichen Sensoren.

"Geradezu unbezahlbar sind die Daten, die wir damit erheben", sagte Projektleiter Hermann Bange. "Sie helfen der Forschung, Veränderungen in der Ostsee zu registrieren und eventuell Gegenmaßnahmen zu ergreifen."

Der Wissenschaftler hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung. "Vielleicht hat ja jemand am Morgen des 21. August beim Sperrgebiet Hausgarten in Höhe des Campingplatzes Hökholz etwas beobachtet", sagt Bange. Der Campingplatz liegt nordöstlich von Eckernförde nahe der Ortschaft Waabs.

joe/dpa

insgesamt 50 Beiträge
lathea 04.09.2019
1. Wieso wird so etwas nicht mit einem....
.....GPS-Sender gesichert und wieso landen die Messdaten nicht life in einer Cloud?
.....GPS-Sender gesichert und wieso landen die Messdaten nicht life in einer Cloud?
lesheinen 04.09.2019
2.
Überwasserfahrzeuge sind - außer nachts - gut zu sehen sind, bnötigen aber sicherlich einige Stunden zur Durchführung eines Diebstahls, sind also schnell im Sperrgebiet entdeckt, Naturereignisse haben offensichtlch nicht [...]
Überwasserfahrzeuge sind - außer nachts - gut zu sehen sind, bnötigen aber sicherlich einige Stunden zur Durchführung eines Diebstahls, sind also schnell im Sperrgebiet entdeckt, Naturereignisse haben offensichtlch nicht genügend Kräfte zum Abreissen der Geräte. Verbleibt nur die Möglichkeit, dass der liebe Gott die Datenerhebung unterbinden wollte oder ein U-Boot illegalerweise dort kreuzte und die Dinge abgerissen und mitgenommen hat. Kleine, grüne Männchen gab es zwar auf der Krim, aber in diesem Fall schließe ich diese Möglichkeit aus.
sponskinny 04.09.2019
3. Wahrscheinlich eher am Anker
hängengeblieben.... Müsste man mal ausrechnen, wie groß das Schiff hätte sein müssen, und dann auf den Shiptracking-Seiten mal nachforschen. Man muss heutzutage echt überall einen GPS-Tracker ranhängen, das Teil liegt [...]
hängengeblieben.... Müsste man mal ausrechnen, wie groß das Schiff hätte sein müssen, und dann auf den Shiptracking-Seiten mal nachforschen. Man muss heutzutage echt überall einen GPS-Tracker ranhängen, das Teil liegt vermutlich ein paar hundert Meter weiter im Schlick.....
bo-do 04.09.2019
4.
Auch wenn ich im August an der Eckernförder Bucht war und als Geograph schon Verwendung für die Mess-Station finden würde - ich war's nicht! Aber wer kommt denn hier überhaupt in Betracht, wenn bereits natürliche Ursachen [...]
Auch wenn ich im August an der Eckernförder Bucht war und als Geograph schon Verwendung für die Mess-Station finden würde - ich war's nicht! Aber wer kommt denn hier überhaupt in Betracht, wenn bereits natürliche Ursachen ausgeschlossen wurden und die Position der Station eigentlich nicht bekannt ist? Wohl eher kein Privatier, der seinen hoch salzhaltigen Pinkelunfall vertuschen will. Vielleicht gibt es ja einen Wissenschaftler im Pelze eines schwarzen Schaafes, welcher sich sein Gehalt aufgebessert hat oder welcher sich nun weitaus weniger Arbeit mit der Pflege seines Pools machen muss.
ph74 04.09.2019
5.
Schon mal ein GPS-Gerät in Ihrem Keller getestet? Ich kann Ihnen versichern 22 Meter tief am Meeresboden ist er nicht besser …
Zitat von lathea.....GPS-Sender gesichert und wieso landen die Messdaten nicht life in einer Cloud?
Schon mal ein GPS-Gerät in Ihrem Keller getestet? Ich kann Ihnen versichern 22 Meter tief am Meeresboden ist er nicht besser …

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