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Reaktionen

"Wir haben heute alle zusammen Geschichte geschrieben"

Der Jubel der Politiker ist groß, auch Umweltverbände sind mit dem Klimaabkommen zufrieden: "Paris gibt der Welt Hoffnung." Die Reaktionen.

AFP

Tosender Applaus bei den Delegierten in Paris: "Ausgewogen und ambitioniert"

Samstag, 12.12.2015   21:31 Uhr

Die Worte von Frankreichs Außenminister Laurent Fabius gingen im Jubel der Delegierten aus 196 Ländern fast unter: Das Abkommen von Paris habe historische Dimension, sagte Fabius, der den Klimagipfel in Paris leitete. Erstmals hätten sich arme und reiche Staaten gemeinsam darauf verständigt, gegen steigende Emissionen und damit die gefährliche Erderwärmung vorzugehen. Das jetzt erzielte Abkommen sei "ausgewogen und ambitioniert". Die Uno hat diesen Moment, diese erste unmittelbare Reaktion auf die Einigung festgehalten und getwittert.

The #ParisAgreement has been finalized! Watch the moment: pic.twitter.com/3SMpLBPX9e #COP21 via @UNFCCC

UN Foundation (@unfoundation) 12. Dezember 2015
Auch US-Präsident Barack Obama meldete sich kurz nach der Entscheidung via Twitter zu Wort, allerdings mit einer gewaltigen Portion Eigenlob: "Das ist der Wahnsinn", schrieb der Stab des Präsidenten, fast jedes Land auf der Welt habe sich zu dem Klimaabkommen bekannt - "dank Amerikas Führung".

This is huge: Almost every country in the world just signed on to the #ParisAgreement on climate change—thanks to American leadership.

Barack Obama (@BarackObama) 12. Dezember 2015
US-Außenminister John Kerry lobte hingegen seinen Amtskollegen: "Laurent, du hast einen hervorragenden Job gemacht!", sagte er an Konferenzleiter Fabius gewandt. Die Vereinbarung sei nicht nur im amerikanischen Interesse, sondern im Interesse jedes Landes auf der Erde.

Regierungssprecher Steffen Seibert ging es für die Bundesregierung mit einem Retweet aus dem Umweltministerium schon etwas nüchterner, aber dafür bildgewaltig an: mit einem Foto des Eifelturms, auf dem "für den Planeten" zu lesen ist.

Geschafft! Die Welt hat sich entschieden:für ein globales Klimaabkommen, erstmals mit allen Staaten. #COP21 pic.twitter.com/4rB2ghpkvc

BMUB (@bmub) 12. Dezember 2015
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sagte in einer ersten Stellungnahme, sie sei sehr froh über das Erreichte, "wir haben heute alle zusammen Geschichte geschrieben." Doch sei "Paris nicht das Ende, sondern der Anfang eines langen Weges".

Am Samstagabend begrüßte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel die Einigung als ein "Zeichen der Hoffnung". Im Kampf gegen die Erderwärmung habe "sich zum ersten Mal die gesamte Weltgemeinschaft zum Handeln verpflichtet", erklärte sie in Berlin.

Frankreichs Präsident François Hollande zog zur Würdigung des historischen Abkommens die bewegte Geschichte seines Landes heran: "In Paris hat es seit Jahrhunderten viele Revolutionen gegeben. Aber heute ist die schönste und friedlichste aller Revolutionen vollbracht worden, die Revolution für den Klimawandel", sagte er und schloss mit einem Danke. "Es leben die Vereinten Nationen, es lebe der Planet, es lebe Frankreich."

Einzig Nicaragua beschwerte sich: Dessen Chefverhandler Paul Oquist sagte, die reichen Nationen müssten weit mehr tun, um die Treibhausemissionen zu vermindern und die Erde zu schützen.

Selbst Umweltverbände beurteilten den Vertrag fast einhellig positiv, riefen aber auch zu raschem Handeln auf, um die darin definierten Ziele zu erreichen. "Paris gibt der Welt Hoffnung" und sende ein klares Signal für die Abkehr von fossilen Brennstoffen, erklärte der Greenpeace-Klimaexperte Martin Kaiser.

Das #ParisAgreement steht! Am deutschen Kohleausstieg führt für 100% Erneuerbare kein Weg vorbei, Frau Merkel! #COP21

Greenpeace e.V. (@greenpeace_de) 12. Dezember 2015
Der politische Geschäftsführer der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, Christoph Bals, erklärte: "Das Abkommen wird die Welt der Energie- und Klimapolitik verändern."

Der WWF Deutschland lobte das Abkommen gar als "Meisterstück der Klimadiplomatie". Die Präsidentin der Entwicklungsorganisation Brot für die Welt, Cornelia Füllkrug-Weitzel, warnte vor Schlupflöchern in der Vereinbarung und Untätigkeit. "Jetzt müssen sofort die Schnürschuhe angezogen werden, um in großen Schritten den in Paris immerhin vorgezeichneten Weg zur Minderung der Treibhausgase rasch zu betreten", forderte sie.

Lob kam auch aus der Wissenschaft: "Wenn dies umgesetzt wird, bedeutet das eine Senkung der Treibhausgasemissionen auf Null in wenigen Jahrzehnten", erklärte der Leiter des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Hans Joachim Schellnhuber. Sein Stellvertreter Ottmar Edenhofer bezeichnete das Abkommen als "Durchbruch". Nun hänge "das Schicksal der Erde" davon ab, wie schnell und wie umfassend die beschlossenen Maßnahmen umgesetzt würden.

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sun/dpa/Reuters

insgesamt 36 Beiträge
vassiliki2000 12.12.2015
1. Selten so ein Blödsinn gelesen. Historisch kann man nur
die Lügen nennen. Es wird mehr geflogen, Autos gefahren, Atomkraftwerke gebaut, Militärflüge und Weltraumflüge unternommen. Schadstoff Emissionen kann man kaufen. Wer Geld hat, kann die Umwelt ohne Strafe verschmutzen. [...]
die Lügen nennen. Es wird mehr geflogen, Autos gefahren, Atomkraftwerke gebaut, Militärflüge und Weltraumflüge unternommen. Schadstoff Emissionen kann man kaufen. Wer Geld hat, kann die Umwelt ohne Strafe verschmutzen. Klimagipfel ? Nichts als eine Show bei der man sich teuer trifft und die Steuerzahler ordentlich blechen lässt nach Gutsherrenart. Wahrscheinlich gab es auch Proteste. Die werden aber überall von der "Embedded Press" totgeschwiegen. Augstein senior würde sich im Grabe rumdrehen ob dieses Journalismus.
frank1980 12.12.2015
2. unrealistisch
Das Ziel durch die Einwirkung des Menschen die Temperaturerhöhung auf dem Planeten auf 2 Grad zu begrenzen ist in etwa so realistisch wie ein Zusatz Artikel der Festlegt, dass die Erdrotation in den nächsten 100 Jahren so [...]
Das Ziel durch die Einwirkung des Menschen die Temperaturerhöhung auf dem Planeten auf 2 Grad zu begrenzen ist in etwa so realistisch wie ein Zusatz Artikel der Festlegt, dass die Erdrotation in den nächsten 100 Jahren so verlangsamt werden soll, dass eine Umdrehung 28 statt 24 Stunden dauert... Der Grund für das Scheitern beider Vorhaben ist nicht etwa, dass die Menschheit sich nicht genug anstrengt sondern das Sie es einfach nicht in der Hand hat.
sinnundzweck 12.12.2015
3. An alle Politiker! Die Lösung:
Es wird noch einige Zeit dauern, die wir "überbrücken" müssen, aber wir haben schon jetzt dafür die Lösung: Werkseitige Begrenzung aller 40-Tonner auf Tempo 85km/h - schneller darf sowieso nicht gefahren werden und [...]
Es wird noch einige Zeit dauern, die wir "überbrücken" müssen, aber wir haben schon jetzt dafür die Lösung: Werkseitige Begrenzung aller 40-Tonner auf Tempo 85km/h - schneller darf sowieso nicht gefahren werden und wir haben bewiesen, dass es funktioniert! Schaut hier: www.tomorrow-is-today.de oder hier: https://www.youtube.com/watch?v=feFuYKd9IIU Es würde Millionen Tonnen CO2 sofort einsparen.
hwdtrier 12.12.2015
4. Schade dass
Sonne, Erde, und die Physik nicht zugestimmt haben und im Alleingang die Temperaturn erhöhen.
Sonne, Erde, und die Physik nicht zugestimmt haben und im Alleingang die Temperaturn erhöhen.
zeichenkette 12.12.2015
5. Immerhin ein Anfang
Mir geht dieses Gemöpper hier auf die Nerven. Wem solche Übereinkünfte nicht reichen, der muss wohl auf Wunder hoffen oder eine Weltdiktatur errichten. Im Vergleich zu Kyoto zB. ist das jetzt ein Riesenfortschritt und viel mehr [...]
Mir geht dieses Gemöpper hier auf die Nerven. Wem solche Übereinkünfte nicht reichen, der muss wohl auf Wunder hoffen oder eine Weltdiktatur errichten. Im Vergleich zu Kyoto zB. ist das jetzt ein Riesenfortschritt und viel mehr als gar nichts, wenn auch nicht ideal. Aber "ideal" gibt es selten. Genauso wie gekaufte Emmissionsrechte: Klar, wer genug Geld hat, der kann auch überall einfach parken und die Knöllchen bezahlen. Das heißt noch lange nicht, dass Parkverbote sinnlos sind, denn kaum jemand wirft sinnlos Geld raus. Aber in der Schwarz/Weiß-Welt vieler Leute hier kommt die wirkliche Welt scheinbar gar nicht mehr vor, da zählt nur noch die Maximierung des Empörungsfaktors, dafür ist man ja hier...

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