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Wissenschaft

Simbabwe

Mindestens 55 Elefanten sterben wegen Dürre

Simbabwe plagt eine der schlimmsten Dürren seit Jahren. Neben den Menschen bedroht die Trockenheit auch die Tierwelt: Binnen eines Monats verendeten mehr als 50 Elefanten.

Tsvangirayi Mukwazhi/DPA

Afrikanischer Elefant in Simbabwe: Kein Wasser für die Tiere

Dienstag, 22.10.2019   00:22 Uhr

Innerhalb von vier Wochen sind in Simbabwe mindestens 55 Elefanten gestorben. Die Tiere seien durch Wassermangel und Hunger verendet, sagte der Sprecher der simbabwischen Nationalparks, Tinashe Farawo.

Im Hwange-Nationalpark, dem größten Wildreservat Simbabwes, sind die Auswirkungen der Trockenheit besonders verheerend. Ein Problem ist aber auch die zuletzt gewachsene Population. Der Park sei für 15.000 Elefanten ausgelegt, beherberge aber mehr als 50.000 der Tiere, sagte Farawo. Das Wasser sei knapp: "Wir warten verzweifelt auf Regen."

Die Vereinten Nationen warnten zugleich vor dramatischen Folgen der Dürre für die Bevölkerung. Nach Schätzungen der Uno dürften im Krisenstaat Simbabwe mehr als 5,5 Millionen Menschen zum Jahreswechsel keinen Zugang zu genügend Nahrungsmitteln mehr haben. Schon jetzt gelte das für mehr als 3,5 Millionen Menschen. Zu den Gründen gehören unter anderem die Folgen des Zyklons "Idai", der zur Erntezeit Teile von Simbabwe, Mosambik und Malawi verwüstete.

Probleme gibt es aber auch durch hungrige und durstige Elefanten. Immer wieder kommt es vor, dass die Tiere auf der Suche nach Nahrung die Grenzen der Parks überschreiten und in Siedlungen gelangen. In den vergangenen fünf Jahren sind laut Farawo 200 Menschen bei solchen Vorfällen ums Leben gekommen und mindestens 7000 Hektar Land zerstört worden.

Simbabwe und eine Reihe weiterer afrikanischer Länder setzen sich für die Lockerung eines weltweiten Elfenbeinhandelsverbots ein, um die Zahl der Tiere und das Risiko für die Menschen und ihre Ernte zu verringern.

jki/dpa/AFP

insgesamt 2 Beiträge
tom-pex 22.10.2019
1. Elefanten dringen nirgendwo ein
Auch wen das den Betroffenen wenig hilft: Es sind nicht die Elefanten, die in Siedlungen eindringen - sondern Menschen, die ihre Siedlungen in altangestammte Elefantenreviere bauen. Neue Nationalparkgrenzen kennt ein Elefant nicht [...]
Auch wen das den Betroffenen wenig hilft: Es sind nicht die Elefanten, die in Siedlungen eindringen - sondern Menschen, die ihre Siedlungen in altangestammte Elefantenreviere bauen. Neue Nationalparkgrenzen kennt ein Elefant nicht - er geht einfach dort lang wo er schon immer lang ging: Elefanten werden locker 80 Jahre alt, da ist eine 20-jährige Siedlung "Neuland", zumal wenn sie das letzte Wasserloch abgräbt..
heidi.stahlschmidt 22.10.2019
2.
Die Prioritäten erst über Elefanten und im Nachsatz über die Menschen in Not zu berichten sei dahingestellt aber leider zeigt das Titelfoto einen vor Kraft strotzenden Elefanten. Die Realität sieht anders aus. Die Elefanten [...]
Die Prioritäten erst über Elefanten und im Nachsatz über die Menschen in Not zu berichten sei dahingestellt aber leider zeigt das Titelfoto einen vor Kraft strotzenden Elefanten. Die Realität sieht anders aus. Die Elefanten versuchen sogar ganze Holzstücke zu fressen. Wir waren um 10. Oktober in Mana Pools und sind immer noch in Simbabwe. Es gibt immer wieder Tage, da gibt es gar kein Brot zu kaufen oder kein Milli-Meal (Maismehl), das Grundnahrungsmittel. Und es kommt immer wieder langanhaltende Stromausfälle und Treibstoffmangel. Der Link darf gerne gelöscht werden, falls unzulässig und das Foto darf genutzt werden. Es gibt noch mehr. https://www.facebook.com/stahlroth/photos/a.426643924135266/1728698087263170?type=3&sfns=mo

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