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Wissenschaft

Dugongbaby Marium

Thailands "Liebling der Nation" stirbt mit Plastik im Bauch

Die Baby-Seekuh Marium war in Thailand ein Star. Nun ist das Tier gestorben. In seinem Darm entdeckten Ärzte große Mengen Plastik.

Foto: Sirachai Arunrugsrichai/ AFP
Samstag, 17.08.2019   14:04 Uhr

Im April strandete ein junges Dugong-Weibchen in Thailand. Das verwaiste Tier wurde zu einem Internetstar und erhielt den Beinamen "Liebling der Nation". Nun ist die Seekuh im Alter von nur acht Monaten gestorben. Im Darm des Tieres fanden Veterinäre große Mengen Plastik, darunter ein 20 Zentimeter langes Stück Kunststoff - offenbar mitverantwortlich für seinen Tod.

Dugongs sind vom Aussterben bedroht. Nur noch rund 250 Exemplare werden in thailändischen Gewässern vermutet.

Das nun verendete Tier war vor vier Monaten in flachem Wasser in der Provinz Krabi aufgefunden worden. Seither hatten sich zehn Tierärzte und rund 40 Freiwillige um das Dugongbaby gekümmert.

Die Helfer hatten das Tier "Marium" getauft. Sie hielten die Welt über Social Media über die Pflege der Seekuhwaisen auf dem Laufenden und zeigten unter anderem, wie sie das Tier mit Milch und Seegras fütterten. Bis zu 15 Mal am Tag paddelten Helfer in Kanus zu dem Tier, um es zu pflegen und zu versorgen.

Sirachai Arunrugstichai/ AP

Marium am Rumpf eines Kanus: Tierärztin spricht von Weckruf

Das Plastik im Darm habe eine Gastritis und eine Blutvergiftung bei Marium verursacht, teilte Jatuporn Buruspat, Generaldirektor des thailändischen Marine- und Küstenamts, mit: "Sie muss gedacht haben, die Plastikteile wären essbar."

Eine behandelnde Tierärztin schrieb in einem Facebook-Beitrag, der Tod des Tieres solle für die Menschen ein Weckruf für den Umweltschutz sein. "Sie ist von uns gegangen, als hätte sie sagen wollen: Bitte sagt allen, dass sie nach uns schauen und die Arten schützen sollen."

Umweltminister Warawut Silpa-archa kündigte auf einer Pressekonferenz an, dass Marium ausgestopft werden soll. Der Tod des Tieres mache Thailand und die ganze Welt traurig. Weiter sagte der Politiker: "Ihr Tod wird die Thais und Menschen in aller Welt daran erinnern, keinen Müll in die Meere zu werfen."

syd/AP/AFP

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