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Wissenschaft

Stadtentwicklung und Klima

Grüne Energie aus schwarzem Wasser

Im Kampf gegen die Klimakrise sollen neue Wohnkonzepte helfen. Ein Neubauviertel in Hamburg erprobt derzeit Verfahren, die Rohstoffe sparen und Energie produzieren. Dafür greift man gewissermaßen ins Klo.

West 8
Von
Samstag, 21.09.2019   17:05 Uhr

Jedes Mal, wenn Beatrixe Freier auf die Toilette geht, klingt das, als würde sie gerade eine Flugreise machen. Ein Druck auf die Spültaste ihrer Kloschüssel löst in ihrem Badezimmer das typische Sauggeräusch aus, das die Klosetts in großen Passagiermaschinen von sich geben.

"Am Anfang war das komisch, aber ich habe mich an das Geräusch gewöhnt", sagt Freier. Die 70-Jährige steht neben der Schüssel und führt ihr Unterdruck-WC vor. Jeder ihrer Nachbarn hat so eine Toilette wie sie. Freier gehört zu den ersten 120 Bewohnern eines Neubaugebiets im Osten von Hamburg. Noch stehen Baukräne an einigen der Häuserblocks im Quartier Jenfelder Au. In ein paar Jahren sollen alle der mehr als 830 Wohnungen belegt sein.

Die verbauten Hightech-WCs verbrauchen nur knapp einen Liter Wasser pro Spülgang. Bei Standardtoiletten sind es bis zu acht. Zwar kosten Unterdruck-WCs mehr, dafür sind die Wassergebühren niedriger. Das ist aber nicht der einzige Pluspunkt der besonderen Latrine. Sie sind Teil eines Konzepts, mit dem Hamburg neue Wege bei der Behandlung von Abwasser einschlagen möchte.

Dafür muss Frau Freier auf ihrer Unterdrucktoilette peinlich genaue Regeln einhalten - das System ist empfindlicher. Essensreste oder Feuchttücher gehören nicht in die Toilette, sonst verstopfen die Leitungen schnell. Das gilt zwar auch für herkömmliche Klosetts, aber Unterdrucktoiletten sind deutlich sensibler. Einmal legte schon etwas Küchenpapier Freiers Klo lahm.

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Neues Abwasserkonzept: Energie aus dem Klo

Wenn die Menschheit eine Chance haben will im Kampf gegen die Erderhitzung und beim Schutz der Umwelt, muss sie Energie sparen und nachhaltigere Techniken zur Stromherstellung nutzen. Kläranlagen sind häufig die größten kommunalen Energieverbraucher. Rund um die Uhr blasen Pumpen Sauerstoff für fäkalienfressende Mikroorganismen in Becken, riesige Motoren treiben Rührwerke an.

Zur Erreichung der Pariser Klimaschutzziele wird also kaum ein Weg an energieeffizienteren Verfahren zur Behandlung von Abwasser vorbeiführen. In Jenfeld wird deshalb eine Idee getestet, bei der das Abwasser aus den Haushalten als Energiequelle dient. Das System des Hamburg Water Cycle funktioniert so:

Benutztes Wasser aus den Wohnungen der Jenfelder Au wird direkt beim Verbraucher aufgeteilt und fließt in zwei unterschiedliche Rohrleitungen. Etwa 70 Liter Wasser fallen in Deutschland im Schnitt pro Einwohner und Tag allein beim Baden, Duschen, Geschirrspülen oder Waschen mit der Waschmaschine an. Dieses sogenannte Grauwasser landet in Jenfeld in einem eigenen Rohrsystem. Das andere ist für das Schwarzwasser da und beginnt in der Toilette. Betätigt Frau Freier den Abzug wird etwas Wasser in die Schüssel gespült, dann öffnet sich ein Ventil zur Leitung. Hier herrscht ein Druck von minus 0,65 bar im Vergleich zu dem der Atmosphäre. Durch den Unterdruck werden die Fäkalien in die Leitung gesogen.

Im klassischen Abwassersystem würden sie irgendwann im zentralen Klärwerk im Hamburger Hafen ankommen. Auf dem Weg dorthin fließen sie durch mächtige Rohrleitungen, in denen ein Gefälle eingebaut ist. Doch die sogenannte Schwemmkanalisation braucht jede Menge Wasser. Und Energie: Manchmal sorgen auch Pumpstationen dafür, dass Fäkalien vorwärtskommen. Bei den Druckleitungen in Jenfeld funktioniert der Stofftransport einfacher. Verhältnismäßig kleine Pumpen zur Unterdruckerzeugung reichen aus, um das Fäkalien-Wasser-Gemisch zu bewegen. Ein weiterer Vorteil: Die Rohrleitungen sind sehr viel schlanker als im konventionellen System und müssen nicht so tief verlegt werden. Das spart Material, Baukosten und Energie.

Was ist Ihnen sauberes Wasser wert?

Und genau die wird aus dem Schwarzwasser wieder erzeugt. Dafür wird das an organischem Material reiche Abwasser mit Fettresten aus der Gastronomie angereichert und in einem Behälter gesammelt. Sie treiben Mikroorganismen an, die bei Temperaturen oberhalb von 35 Grad Celsius Gärprozesse in Gang setzen: Es entsteht methanhaltiges Biogas. Der Generator eines Blockheizkraftwerk setzt das Gas in Strom um, der ins Netz eingespeist wird.

Gleichzeitig entsteht Wärme, die dazu beiträgt, die Wohnungen des Quartiers zu heizen. So arbeitet die gesamte Anlange nicht nur energieautark. Dank der Jenfelder Fäkalien produziert sie sogar noch Überschuss: Laut dem Betreiber Hamburg Wasser entstehen so rund 450.000 Kilowattstunden Strom und 690.000 Kilowattstunden Wärme pro Jahr - zumindest wenn irgendwann alle Nachbarn von Frau Freier eingezogen sind. Bezogen auf den Hamburger Durchschnitt von 1,8 Personen pro Haushalt deckt das den Strombedarf von 225 Haushalten und den Wärmebedarf von 70.

Biogas wird auch auf Kläranlagen gewonnen und für die Energieerzeugung eingesetzt. Aber der Aufwand dafür ist größer, da das Abwasser zuvor drei verschiedene Klärstufen durchläuft, bei denen viel Energie aufgewendet werden muss. In Jenfeld ist das nicht notwendig, das Schwarzwasser kann ungereinigt verwertet werden.

Das Dreistufenkonzept ist Jahrzehnte alt. Abgesehen von Diskussionen über eine weitere Reinigungsstufe zur Eindämmung von Schadstoffen (mehr dazu lesen Sie hier) aus Medikamenten hat sich die Reinigungstechnik seitdem nicht grundlegend verbessert. Abwasser wurde jahrzehntelang als Wegwerfprodukt unserer Konsumgesellschaft gesehen.

So funktioniert eine Kläranlage (Klicken Sie auf die Zahlen):

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Das Abwasser passiert zunächst einen Rechen, der groben Unrat (Papier, Flaschen, Äste, Konservendosen usw.) zurückhält und mit einem automatischen Abstreifer entfernt.

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Im Sandfang verbreitert sich der Abflusskanal, wodurch die Geschwindigkeit des weiter fließenden Abwassers abnimmt und grobe Stoffe wie Kies und Sand, die schwerer als Wasser sind, sich am Boden ablagern.

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Im Vorklärbecken wird das Wasser etwa zwei Stunden zurückgehalten. In diesem großen, rechteckigen oder runden Becken können sich die feinen Schwebstoffe als Schlamm am Boden absetzen. Dieser Rohschlamm wird abgesaugt, eingedickt (10.) und in einen Faulraum befördert (11.). Sogenannte Leichtstoffe, die zur Wasseroberfläche aufgetrieben werden (Fette, Mineralöle usw.) werden in einen besonderen Behälter abgelassen.

Die ersten drei Stationen bilden zusammen die erste Reinigungsstufe. Da die Behandlung des Abwassers hier nur auf mechanische Weise erfolgt, spricht man von mechanischer Reinigung. Hier gelingt es, dem Abwasser etwa 30 Prozent der insgesamt der Anlage zugeführten Schmutzstoffe zu entziehen.

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In der zweiten Reinigungsstufe, auch biologische Reinigung genannt, macht man sich einen durchaus natürlichen Vorgang zunutze, indem man in einem Belebtschlammbecken durch Sauerstoffzufuhr güngstige Lebensbedingungen für Kleinstlebewesen schafft, die in der Lage sind, gelöste organische Abwasserstoffe in Verbindung mit Luftsauerstoff als Nahrung aufzunehmen und in den eigenen Organismus einzubauen. Dabei werden auch Schadstoffe, wie zum Beispiel Schwermetalle, aufgenommen.

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Viele Kleinstorganismen bilden Kolonien, die als sichtbare Schlammflocken im folgenden Nachklärbecken zu Bodensinken und entweder noch einmal in das Belebungsbecken zurückgepumpt werden oder zwecks Schlammbeseitigung ins Vorklärbecken (3.) befördert werden.

Mit der Beseitigung des Klärschlammes aus dem Abwasser werden also die biologisch abbaubaren Schadstoffe entfernt. In kleineren Kläranlagen findet man häufig Tropfkörper, runde Betonkessel, locker angefüllt mit porösen Gesteinsbrocken. Hier ist die große Oberfläche wichtig, auf der sich Bakterien ansiedeln und einen "biologischen Rasen" (entsprechend den Schlammflocken beim Belebtschlammverfahren) bilden, wenn man Abwasser darüber verregnet. Nach Passieren der mechanischen und biologischen Reinigungsstufen ist das Abwasser jetzt zu etwa 90 Prozent gereinigt.

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Von einer Fällmittel-Dosierstation wird hier dem Abwasser unter starker Durchmischung gleichzeitig eine Chemikalien-Lösung zugesetzt.

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Als Beispiel in der Schautafel gelangt phosphatreiches Wasser aus dem Nachklärbecken Nummer 5 zunächst in ein Flockungsbecken

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Dieses Fällmittel reagiert chemisch mit den Phosphaten zu einer wasserunlöslichen Verbindung. Der Restschmutz "flockt" aus und kann sich in einem Nachklärbecken als Schlamm absetzen, der - eingedickt - dem Faulturm zugeführt wird.

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Das gereinigte Wasser kann nun in ein natürliches Gewässer eingeleitet werden.

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Mit Hilfe von Eindickern wird dieser Gehalt auf

96 Prozent

gesenkt und dadurch das Volumen halbiert.

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Nun wird der Schlamm in einen Faulbehälter befördert, wo unter Luftabschluss Fäulnisbakterien in einem Gärprozess bei 35 Grad Celsius ein Faulgas erzeugen, das zu 2/3 aus Methan und zu 1/3 aus Kohlendioxid besteht.

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Dieses Gas wird in einem Behälter gespeichert und für Heizzwecke verwendet.

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Nach etwa 4 Wochen ist der Schlamm ausgefault, geruchlos und kann in Trockenbeeten entwässert werden.

Quelle: BMU

"Früher wussten wir zu wenig über die Ressourcen des Abwassers. Heute sind wir schlauer", sagt Wolfgang Kuck von Hamburg Wasser über die alten Zeiten. Er steht auf dem Betriebshof in Jenfeld und deutet auf den Faulbehälter, in dem das Schwarzwasser vor sich hin gärt. "In Abwasser steckt mehr drin, als man denkt", sagt der Leiter des Projekts.

In den vergangenen Jahren hat sich die Siedlungswasserwirtschaft verändert, der gesamte Kreislauf steht in Jenfeld auf dem Prüfstand. Abwasser, das übel riechende Gemisch aus Urin, Kot und manch anderen Stoffen, wird heute als wertvolle Ressource gehandelt. Es dient nicht nur als Energieträger sondern ist auch reich an Nährstoffen wie Kohlenstoff oder Stickstoff. Phosphor hilft Pflanzen beim Wachsen. Der Stoff wird nach Deutschland importiert und immer knapper. In Zukunft, so hoffen Kläranlagenbetreiber, kann er aus dem Klärschlamm gewonnen werden. Hamburg baut deshalb gerade die weltweit erste Phosphor-Recyclinganlage neben der Kläranlage im Hafen.

Auch in den Resten aus der Schwarzwasser-Gärung in Jenfeld ist Phosphor enthalten. Deshalb hofft Wolfgang Kuck, dass ihr Abfallprodukt irgendwann als Düngemittel eingesetzt wird. Bisher werden die Reste behandelt wie Klärschlamm und wandern in die Verbrennung.

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Klärtechnik: So funktioniert die vierte Reinigungsstufe

Fraglich ist noch, wie das Grauwasser gereinigt werden soll. Es enthält beispielsweise Mikro- und Nanoplastikpartikel aus Textilen. Die klassische Reinigungstechnik ist für solche Problemstoffe nicht konzipiert. Noch geht das Grauwasser in die Kanalisation. Aber im kommenden Jahr testen Forscher neue Verfahren vor Ort. Dabei wird das Wasser durch winzige Filtermembrane gepresst, die auch Mikropartikel auffangen können. Allerdings ist diese Technik noch vergleichsweise teuer und energieintensiv.

Ähnliche Projekte wie das in Jenfeld gab es auch schon in Lübeck und anderen europäischen Städten. Die aufwendigen Doppelrohrsysteme stoßen aber an Grenzen und sind längst nicht rentabel - trotz Energieüberschuss. Das Netz lässt sich nicht beliebig groß ausbauen. Kläranlagen wird es also weiterhin geben.

Aber Jenfeld ist ein Anfang. Und mit Blick auf den Klimawandel hat man sich noch Gedanken über einen weiteren Teilstrom des Abwassers gemacht, den Regen. Er stellt die Netz- und Kläranlagenbetreiber zunehmend vor Herausforderungen. Denn Aufgrund des Klimawandels prophezeien Forscher schon lange eine Zunahme von Starkregen. Gleichzeitig wachsen Deutschlands Städte, dadurch nimmt der Anteil an zubetonierten und asphaltierten Flächen zu.

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Bei heftigen Regefällen führt das zu Problemen, weil Regenwasser aufgrund des versiegelten Bodens schlechter abfließen kann. Außerdem spült das Wasser Stoffe wie Reifenabrieb oder Chemikalien von den Straßen. Der verunreinigte Regen landet in der Kanalisation, doch die Netze sind für die immer größeren Wassermassen nicht überall ausgelegt. In Hamburg führt das zum Überlaufen der Gullis und zu Überschwemmungen. Auf diese Weise gelangt verunreinigtes Regenwasser in Bäche, Flüsse und Seen.

Überflutungen will man in Jenfeld verhindern. Rückhaltebecken sollen selbst Regenfälle auffangen können, wie sie statistisch nur alle paar Jahre vorkommen. Das Wasser kann in Ruhe versickern, gleichzeitig wässert es Grünflächen und Verdunstung sorgt an heißen Tagen für etwas Kühlung. Und ganz nebenbei freut sich Frau Freier darüber, dass sie direkt auf einen Teich schaut, wenn sie ihre Haustür aufmacht.

Zusammengefasst: Ein Stadtbauprojekt in Hamburg-Jenfeld testet neue Verfahren der Abwasserbehandlung und trennt Schwarz-, Grau,- und Regenwasser. Für das Schwarzwasser, die Fäkalien der Bewohner, werden wassersparende Unterdrucktoiletten eingesetzt. Anschließend produziert eine Biogasanlage aus den Fäkalien Strom und Wärme.

insgesamt 13 Beiträge
Vargk 21.09.2019
1. Interessantes Konzept
Das Abwasserkonzept klingt interessant, aber auch irgendwie äußerst anfällig. Schwarzwasser wird ungereinigt der Biogasanlage zugeführt. Wenn da mal einer ein etwas aggressiveres Putzmittel zur Toilettenreinigung nimmt, oder [...]
Das Abwasserkonzept klingt interessant, aber auch irgendwie äußerst anfällig. Schwarzwasser wird ungereinigt der Biogasanlage zugeführt. Wenn da mal einer ein etwas aggressiveres Putzmittel zur Toilettenreinigung nimmt, oder sogar aus Böswilligkeit Bleiche, o.Ä. im Klo runterspült, dann ist's doch mit den Gas produzierenden Bakterien aus, oder nicht? Aber ganz besonders der Teil mit der Regensammlung ist interessant: Mit zunehmender Wasserknappheit grade auch auf deutschen Feldern erscheint es mir immer äußerst verschwenderisch, wenn ich bei Regen aus dem Fenster schaue und überfließende Gullis sehe. Denn alles was da reinfließt landet früher oder später im Meer und ist damit der Landwirtschaft nicht mehr zugänglich. Es wäre doch viel praktischer, dieses Wasser für Dürreperioden zu speichern und ggf. durch ein Pipelinesystem in Deutschland zu verteilen.
jojo_jojopi 21.09.2019
2. ... alter Hut - Prinzip des Biomeilers - aus den 1950er Jahren ...
ist eigentlich für jeden Haus- und Gartenbesitzer interessant - relativ hohe Energieausbeute - Wärme / Strom und Gas ... bei weiterem Interesse mehr unter Suchwort Biomeiler im Netz ... :-). oder native-power.de ...
ist eigentlich für jeden Haus- und Gartenbesitzer interessant - relativ hohe Energieausbeute - Wärme / Strom und Gas ... bei weiterem Interesse mehr unter Suchwort Biomeiler im Netz ... :-). oder native-power.de ...
alt-nassauer 21.09.2019
3. Irgendwie ist die Ganze Erklärung Suboptimal...
Also von Hinten angefangen. Was soll mit dem Grauwasser passieren? Das Wissen die Planer und Experten auch nicht so richtig. Weil ja stärker belastet als das Schwarzwasser. Ist Logisch.... Aber auch das Schwarzwasser hat [...]
Also von Hinten angefangen. Was soll mit dem Grauwasser passieren? Das Wissen die Planer und Experten auch nicht so richtig. Weil ja stärker belastet als das Schwarzwasser. Ist Logisch.... Aber auch das Schwarzwasser hat Inhaltsstoffe, betreffend Menschliche Ausscheidungen - Medikamente und Hormone Verhütung . Würden trotzdem in Wasser bleiben. 35°C Gärung zerstört so etwas nicht Automatisch... Weshalb soll bei Herkömmlicher Reinigung die vierte Reinigungsstufe das Problem mit Ozon und/oder Aktivkohle minimieren. So wie man das versteht, würde mit dem Schwarzwasser und den Fetten ein Schlamm entstehen, den man nach der Gärung/Ausfaulung auf die Felder aufbringt. Was ist mit dem Wasseranteil im Schlamm? Der muss auch raus.... Wobei ich da Anmerke, was aus der Gastronomie kommt oder Industrie hat oft Feste Inhaltsstoffe, die durch Gärung auch nicht kaputt gehen. Glassplitter, Gabeln, Wurstpellen-Metallklammer, kleinste Plastikteilchen/-partikel usw. So dann wie die Frau ihre "Schwarzwasser Unterdruck-Toilette zu benutzen hat - keine Essensreste und Feuchttücher. Hallo das ist bei den jetzigen Systemen auch nicht erlaubt bzw. unerwünscht. Zum einen Ratten in der Kanalisation und die Tücher blockieren Pumpen - gerade dort wo wegen fehlenden Gefälle gepumpt werden muss. Alle Punkte was hier das Schwarzwasser angeht, schaffen Moderne Kläranlagen mit Mischwasser auch. Auch diese nutzen die Inhaltsstoffe zur Vergärung und auch Fette als Co-Substrate zur Optimierung Gaserzeugung. Größer Anlagen betreiben BHKW und diese verkaufen über EEG ins Stromnetz. Auch Phosphat wäre bei herkömmlichen Anlagen kein Problem. Schon vor 10 Jahren gab es dazu Studien. Lohnen tut sich das Phosphat aus dem Abwasser zu holen. Erst wenn der Preis der Natürlichen Quellen versiegt. Optimal (Kosten) ist die Rückgewinnung von Phosphat aus dem verbrannten Klärschlamm. Nicht aus dem Wasser, Energieeintrag ist viel zu hoch! Eine Aufbringung von Klärschlamm auf Landwirtschaftliche Nutzflächen, kann man so oder so als Kritisch ansehen. Nicht hier auch noch so tun, als wäre es Wertvoll. Dafür sind zu viele unbekannte Stoffe darin und das hat auf den Feldern nicht verloren. Meine Meinung dazu, es ist für große Einzugsgebiete eher Ungeeignet. Als in Regionen ohne Kläranlagen Extra zu erbauen und für autarke System geeignet. So wie man es versteht muss ja trotzdem ein Anschluss zu einer Kläranlage bzw. Anlage erfolgen. Ja und eben was ist mit dem Grauwasser? Viel Spaß wenn sich die Leute an die Regeln zu den Unterdruck-Toilette nicht halten ... Die Sauerei möchte ich nicht entfernen.
Sleeper_in_Metropolis 21.09.2019
4.
Naja, das Regenwasser getrennt vom Hausabwasser gesammelt und anders abgeleitet wird, dürfte aber auch in HH keine neu Erfindung sein, oder ? Meines Wissens nach ist das doch fast überall so, und auch schon ziemlich lange. [...]
Naja, das Regenwasser getrennt vom Hausabwasser gesammelt und anders abgeleitet wird, dürfte aber auch in HH keine neu Erfindung sein, oder ? Meines Wissens nach ist das doch fast überall so, und auch schon ziemlich lange. Was macht man eigentlich, wenn bei diesen Flugzeugtoiletten Reste vom Geschäft in der Schüssel kleben bleiben ? Der Zeitraum, in dem eine Bürste zum Einsatz kommen könnte scheint ziemlich kurz zu sein, und ausreichend viel Wasser zum Nachputzen scheint ja auch nicht da zu sein. Und Schade ist auch, das man nicht gleich Wärmetauscher in die Leitungen für das Grauwasser eingesetzt hat um die Wärme des Abwassers nutzen zu können. Immerhin dürfte ein Großteil des Grauwassers angenehm warm sein, und von so einem Projekt hab' ich vor kurzem erst gehört.
alt-nassauer 21.09.2019
5. Das mit dem Regenwasser ist mir jetzt erst...
Das mit dem Regenwasser ist mir jetzt erst aufgefallen. Auch das ist keine optimale Erklärung. Selbst in Mischwassersystemen (Abwasser + Regenwasser) existieren Regenrückhaltebecken. Richtig ist das Starkregen Mengen (immer [...]
Das mit dem Regenwasser ist mir jetzt erst aufgefallen. Auch das ist keine optimale Erklärung. Selbst in Mischwassersystemen (Abwasser + Regenwasser) existieren Regenrückhaltebecken. Richtig ist das Starkregen Mengen (immer häufiger seit 10 Jahren) die Kapazitäten der Kanäle übersteigt. Richtig ist auch das Regenwasser durch Reifenabrieb und sonstige Stoffe verunreinigt ist. Regenrückhaltebecken in solchen Mischsysteme sollten so Dimensioniert sein. Das der 1. Spül-/Schmutzwassrstoss zurück gehalten wird. Erst nach längerem Regen läuft das Becken über. Dann ist in der Regel das Wasser sehr stark verdünnt. Selbst Grobstoffe setzen sich in den Becken weiterhin ab (Rechen in den Becken). Aber ungelöste Stoffe fließen über Bäche/Flüsse stark verdünnt ab. Nun was ist nun der Unterschied, wenn man weiß Regenwasser ist belastet und trennt diese vom System. Muss das Regenwasser auch erst einmal in Rückhaltebecken sammeln. Das verdreckte Wasser, vom ersten Schmutzwasserstoss muss auch gereinigt werden. Das passiert in der Regel auch in der Kläranlage. Klar gibt es auch Region wo Trennsysteme Sinn machen. Dort wo wenig Reifenabrieb oder wenig Schmutz von den Strassen anfällt. Es gibt auch noch Verluste bei den Betriebsstoffen! Aber auch das ist kein Allheilmittel um Kosten zusparen oder Automatisch sauberes Wasser zu erhalten. Das man dann auch noch anderweitig verwenden könnte. Ich weiß nicht insgesamt scheint mir der Artikel alles was bisher war in Frage zu stellen und das Neue bringt es nun... Also um eines klar zustellen... Egal wie man sich entscheidet, dass Kostet alles Geld und vom nötigen Personal am Besten nichts dazu sagen. Wer soll das überwachen, reinigen und kontrollieren? Hier muss einigen klar werden, die dort Arbeiten haben oft keine Nachtruhe (Rufbereitschaft) und Sonn- und Feiertage werden auch zu Arbeitstagen. Samstag so oder so... Alles in dem Sinne nichts Neues, nur der Versuch das was vielerorts schon existiert (Historisch), nun als Allheilmittel für das Klima anzupreisen.

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