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Wissenschaft

Stratolaunch

Weltgrößtes Flugzeug absolviert ersten Testflug

Der Riesenvogel ist flügge: Stratolaunch hat am Samstag seinen ersten Testflug erfolgreich absolviert. Es soll als fliegende Startrampe für Raketen dienen.

Foto: AFP
Sonntag, 14.04.2019   08:08 Uhr

Der erste zweieinhalbstündige Rundflug verlief ganz nach den Wünschen der Konstrukteure. Der riesige Flieger namens Stratolaunch mit einer Flügelspannweite von 117 Metern war von dem Flughafen Space Port in der Mojave-Wüste gestartet und danach problemlos wieder gelandet - "sanft und punktgenau", wie es hieß. Das Flugzeug erreichte 5000 Meter Höhe und eine Spitzengeschwindigkeit von 300 Stundenkilometern. Der "Roc", benannt nach einem Fabelwesen, sorgte damit für Euphorie im gesamten Stratolaunch-Team.

"Ich bin so stolz auf diesen historischen Tag", twitterte Stratolaunch-Chef Jean Floyd. Testpilot Evan Thomas war vom Erstflug begeistert. "Ich hätte mir keinen besseren Testflug eines Flugzeugs dieser Größe, Komplexität und Einzigartigkeit wünschen können."

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Stratolaunch: Fliegende Raketenabschussrampe

Das gewaltige Trägerflugzeug soll nach den Vorstellungen seiner Erbauer als fliegende Startrampe für Raketen dienen. Es bringt die Flugkörper bis in einer Höhe von 10.000 Meter, wo sie dann ihre Triebwerke zünden. Starts von Raketen vom Boden sollen weitaus teurer sein und auch riskanter. Außerdem sind sie abhängiger von der Wetterlage.

Die Maschine, bei deren Bau Teile alter Boeing-747-Flugzeuge mitverwendet wurden, hat zwei Rümpfe und sechs Triebwerke. Am Verbindungsstück zwischen den beiden Rümpfen können bis zu drei Trägerraketen mit einem Gesamtgewicht von bis zu knapp 227 Tonnen befestigt werden. Die bisherigen Baukosten sind unbekannt.

Der im vorigen Oktober gestorbene Microsoft-Mitgründer und Raumfahrtinvestor Paul Allen hatte das Projekt 2011 ins Leben gerufen. "Wir wissen, dass Paul die heutige historische Leistung mit Stolz verfolgt hätte", sagte Jody Allen vom Paul-Allen-Trust.

mik/dpa

insgesamt 80 Beiträge
thomas_linz 14.04.2019
1. Die Idee ist nicht dumm
aber die Umsetzung kommt vermutlich zu spaet.
aber die Umsetzung kommt vermutlich zu spaet.
wizzbyte 14.04.2019
2. Der Flieger tritt an gegen
wiederverwendbare Raketen. Was sagt die Firma zur CO2 Bilanz, falls es mal zu regem Verkehr Richtung Mond kommt ?
wiederverwendbare Raketen. Was sagt die Firma zur CO2 Bilanz, falls es mal zu regem Verkehr Richtung Mond kommt ?
ddcoe 14.04.2019
3. Ein interessantes Konzept
ob es wirklich die Kosten senken kann bleibt erst einmal abzuwarten.
ob es wirklich die Kosten senken kann bleibt erst einmal abzuwarten.
mhwse 14.04.2019
4. Masse == kg, Gewicht == Newton (N)
bei der Raumfahrt spricht man daher immer von Masse - am Boden beim "Übergewicht", nach den kalorisch "harten" Weihnachts uns Ostertagen - ist das ggf. OK, weil hier auf der Erdoberfläche auf 1 kg Masse immer [...]
bei der Raumfahrt spricht man daher immer von Masse - am Boden beim "Übergewicht", nach den kalorisch "harten" Weihnachts uns Ostertagen - ist das ggf. OK, weil hier auf der Erdoberfläche auf 1 kg Masse immer 9,81 Newton wirken - im Weltraum gibt es kein Gewicht .. es herrscht Schwerelosigkeit. Die Masse ist eine Eigenschaft der Materie - diese ist auch im Weltraum vorhanden - Gewicht ist eine Kraft. Eine Kraft kann den Umständen entsprechend, variieren. 228 T "wiegen" in der Umlaufbahn 0 Newton .. (die Kräfte heben sich auf .. wenn die Masse nicht weiter beschleunigt wird) - ah so ja, der Herr, der das dachte (es gäbe Zentrifugal und / Pedal kraft - wenn man/frau/ud so um Planeten rumfliegt) war ein Herr Newton. (ggf. war es auch seine Frau, die sich da mit ihm über die doch komplizierte Sache unterhielt - und er musste im Anschluss die Geschichte mit dem Apfel erfinden um seine Männlichkeit zu beweisen - wer weiß?) Erst der Herr Einstein hat das revidiert: die Masse(!) und die wirkende Gravitation des Planeten deformiert den Raum dergestalt, dass sich das Raumschiff quasi immer "geradeaus" in einer "Gravitationsebene" bewegt. Es wird also nicht das Raumschiff "angezogen" - sondern die Raumzeit selbst deformiert/gekrümmt - da der Planet rund ist .. Masse immer versucht, sich ideal anzuordnen - hier ein Elipsoid - "die Erdkugel" - das wäre jetzt grundsätzlich vernachlässigbar - würden wir nicht im Navi GPS benutzen - bei dem genau diese Effekte zu berücksichtigen sind ..
mhwse 14.04.2019
5. Warum zu spät?
das Weltraum Programm der NASA hat zurzeit durch die Fehlplanung (der verschiedenen Administrationen - seit Busch) mit der viel zu groß geratenen Boeing Rakete zu kämpfen - die nicht funktioniert - es gibt Probleme mit den [...]
Zitat von thomas_linzaber die Umsetzung kommt vermutlich zu spaet.
das Weltraum Programm der NASA hat zurzeit durch die Fehlplanung (der verschiedenen Administrationen - seit Busch) mit der viel zu groß geratenen Boeing Rakete zu kämpfen - die nicht funktioniert - es gibt Probleme mit den riesigen Tanks - dort den Schweißanlagen - und ist daher blockiert. Schon jetzt muss man auf Musks Raketen für Transportflüge zurückgreifen - diese haben aber nur Lizenzen für Nutzlast - nicht für Menschen. Mit dem aktuellen Konzept sollen Menschen transportiert werden - es kommt also genau zur rechten Zeit.

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