Schrift:
Ansicht Home:
Wissenschaft

Satellitenbild der Woche

Wo Päpste und Kaiser urlaubten

Die Albaner Berge in Italien sind seit mehr als 2500 Jahren das Naherholungsgebiet hitzegeplagter Römer. Ein Blick aus dem All offenbart: Was heute so idyllisch wirkt, begann mit einem gigantischen Kollaps.

Copernicus Sentinel/ ESA/ DPA

Einst schipperte Kaiser Caligula über den kleineren Vulkansee Nemi

Montag, 09.09.2019   04:39 Uhr

Aus dem All betrachtet sind die Umrisse des Latium noch zu erkennen: In sattem Grün zeichnen sich der innere und äußere Krater des Vulkans gut 20 Kilometer südöstlich von Rom ab. Vor Hunderttausenden Jahren stürzte ein Großteil des Vulkans ein. Die Magmakammern hatten sich bei einem Ausbruch fast vollständig entleert und brachen unter dem gigantischen Gewicht des Vulkankegels zusammen. Zurück blieben ovale Vertiefungen, sogenannte Calderen.

Heute sind mehrere Calderen mit Wasser gefüllt, wie diese Aufnahme aus dem Copernicus-Programm der Esa zeigt. Der kleinere See heißt Nemi, der größere Albano. An ihren Ufern liegen mehrere Städte, die gemeinsam als Castelli Romani bekannt sind. Weil es im Sommer in den Hügeln angenehm kühl bleibt, ist die Region seit mehr als 2500 Jahren beliebtes Naherholungsgebiet der Römer.

Fotostrecke

Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All

Besonders bekannt ist die Stadt Castel Gandolfo, die sich über den Albano erhebt. Dort liegt die päpstliche Residenz, in der seit dem 17. Jahrhundert viele Vertreter Gottes auf Erden ihre Sommer verbrachten.

Der Name Castelli Romani - übersetzt so viel wie Römische Burgen - kommt von den zahlreichen Villen, die sich wohlhabende Römer seit der Antike dort errichteten. Der römische Kaiser Caligula ließ vor fast 2000 Jahren zwei gut 70 Meter lange Prunkschiffe am Ufer des Nemi bauen.

Die Schiffe des Caligula

Schon lange zuvor hatten Menschen einen Tunnel in die Kraterwand gehauen, um die umliegenden Gebiete zu bewässern. Der Wasserspiegel des Sees sank dadurch deutlich. Eigens für die Schiffe Caligulas soll der Wasserstand noch weiter abgesenkt worden sein, damit die Schifffahrten des Kaisers nicht durch unnötigen Wellengang gestört wurden.

Auch heute ist die Region ein beliebtes Ausflugsziel. Jede Stadt hat ihre eigene Attraktion. Ariccia ist berühmt für Porchetta - gerollter Schweinebauch vom Spieß. Das nördliche Frascati ist für Wein bekannt, aber auch für mehrere wissenschaftliche Forschungseinrichtungen wie die ENEA, die italienische Nationalagentur für neue Technologien, Energie und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung oder das Erdbeobachtungszentrum der ESA.

Das letzte mal aktiv war der Vulcano Laziale vor gut 5000 Jahren.

koe

insgesamt 2 Beiträge
tutnet 09.09.2019
1. Kaiser Caligula 37-41 nach Christus
Caligula regierte 37-41 nach Christus, also vor knapp 2.000 Jahren. Da konnte Caligula vor knapp 1.000 Jahren keine Schiffe mehr bauen lassen. Das römische Reich endete mit der Eroberung Roms durch die Ostgoten 410 nach [...]
Caligula regierte 37-41 nach Christus, also vor knapp 2.000 Jahren. Da konnte Caligula vor knapp 1.000 Jahren keine Schiffe mehr bauen lassen. Das römische Reich endete mit der Eroberung Roms durch die Ostgoten 410 nach Christus.
gunter_busch 09.09.2019
2. Wo Päpste und Kaiser urlaubten
Ich glaube römische Kaiser gab es vor 1000 Jahren nicht mehr.Richtiger wäre sicher Caligula hat diese Schiffe vor ca. 2000 Jahren für den See bauen lassen.
Ich glaube römische Kaiser gab es vor 1000 Jahren nicht mehr.Richtiger wäre sicher Caligula hat diese Schiffe vor ca. 2000 Jahren für den See bauen lassen.

Verwandte Artikel

Mehr im Internet

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP