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Forscher entdecken Plankton an Raumstation

Außeneinsatz auf der Raumstation: Forscher haben einen kleinen Satelliten im All ausgesetzt. Außerdem montierten sie eine Box für Mikroorganismen - und wischten kosmischen Staub. An der Raumstation finden sich Spuren von Meeresplankton.

AFP/ Nasa TV

Montage im All: Arbeit auf dem Außenposten der Menschheit

Dienstag, 19.08.2014   11:04 Uhr

Bei einem Außeneinsatz im Weltall haben zwei Kosmonauten der Internationalen Raumstation ISS einen Minisatelliten ausgesetzt. Rund 400 Kilometer über der Erde schickten die Russen Oleg Artemjew und Alexander Skworzow am Montag den 1,5 Kilogramm leichten sogenannten Nanosatelliten NS-1 auf seine Umlaufbahn um die Erde, wie russische Nachrichtenagenturen meldeten.

NS-1 soll unter anderem auf Abruf gespeicherte Daten zur Erde übertragen. Nach etwa fünf Stunden, mehr als eine Stunde früher als erwartet, kehrten die Kosmonauten nach getaner Arbeit zurück an Bord der ISS. Artemjew und Skworzow montierten zudem eine Box für Experimente an der Außenseite der ISS. Damit soll das Verhalten von Mikroorganismen im Weltall untersucht werden. Einen anderen Versuchsapparat bauten sie ab.

Spuren von Meeresplankton

Eine weitere Aufgabe von Artemjew und Skworzow war es, mit einem Spezialpinsel Proben kosmischen Staubs von einer Luke zu nehmen und verschiedene Halterungen an der Außenhaut der ISS zu befestigen. Um mögliche Schäden festzustellen, fotografierten sie zudem Teile der Raumstation.

Die Leitzentrale im russischen Koroljow berichtete unterdessen von einer Entdeckung auf der ISS während des vergangenen Jahres: An der Außenwand der Raumstation sollen sich Spuren von Meeresplankton finden. Hintergründe zu der Entdeckung blieben zunächst unklar. Kleinstpartikel können aber mit Winden in große Höhen gelangen.

Auf dem Außenposten der Menschheit im All arbeitet derzeit auch der deutsche Astronaut Alexander Gerst. An Bord sind außerdem noch zwei US-Amerikaner und ein weiterer Russe. Es war der vierte Außeneinsatz an der ISS in diesem Jahr. Bis zum Jahresende sind noch drei weitere Einsätze geplant, darunter einer von Gerst voraussichtlich im September.

Die Nasa überträgt die Liveaufnahmen einer Kamera an Bord der ISS; fliegt die Raumstation im Tageslicht, ist der Blick auf die Erde zu sehen:

Broadcast live streaming video on Ustream

boj/dpa

insgesamt 5 Beiträge
roithamer 19.08.2014
1.
Wo kommt denn jetzt das Plankton her? Gibt es denn so große Riesenwellen, dass sie die ISS erreichen? Oder wurde es vorsätzlich aufgetragen?
Wo kommt denn jetzt das Plankton her? Gibt es denn so große Riesenwellen, dass sie die ISS erreichen? Oder wurde es vorsätzlich aufgetragen?
facepalme 19.08.2014
2.
Plankton ist sehr klein, so klein, dass es bei weitem nicht gegen Meeresstroemungen anschwimmen kann. Das Meer ist buchstaeblich voll davon. Und - gerade nachgesehen - die kleinsten Planktonpartikel sind ca. 4 Mikrometer im [...]
Zitat von roithamerWo kommt denn jetzt das Plankton her? Gibt es denn so große Riesenwellen, dass sie die ISS erreichen? Oder wurde es vorsätzlich aufgetragen?
Plankton ist sehr klein, so klein, dass es bei weitem nicht gegen Meeresstroemungen anschwimmen kann. Das Meer ist buchstaeblich voll davon. Und - gerade nachgesehen - die kleinsten Planktonpartikel sind ca. 4 Mikrometer im Durchmesser. Das ist so klein, da kommt man schon in den Bereich der Brown'schen Molekularbewegung etc. Da das Meer permanent irgendwo vergischtet, werden dabei nicht nur Salzpartikel in die Luft abgegeben, sondern sehr vermutlich auch dieses kleine Plankton. Danach kann es durch Winde und Aufwaertsstroemungen, z.b. bei Gewittern, dann vermutlich beliebige Hoehen in der Atmosphaere erreichen und verhaelt sich eher wie ein Luftmolekuel (die erwaehnte Molekularbewegung). Und von Luftmolekuelen weiss man, dass die an der allerobersten Grenze zur Atmosphaere aufgrund ihrer Eigenbewegung der Erdanziehung davonschiessen koennen und der Erde verloren gehen. Jetzt, wo das entdeckt wurde, eigentlich klar - haette man frueher vermuten koennen. Ich frage mich, ob die Russen die MIR nie geputzt haben.
Pfaffenwinkel 19.08.2014
3. Das Weltall
ist womöglich voll mit mikrokopischen kleinen Lebewesen, die vor Jahrmillionen auch Leben auf unsere Erde brachten.
ist womöglich voll mit mikrokopischen kleinen Lebewesen, die vor Jahrmillionen auch Leben auf unsere Erde brachten.
michaelseiter 19.08.2014
4.
Zwischen lebenden Plankton und Spuren von Plankton besteht doch noch ein Unterschied.
Zwischen lebenden Plankton und Spuren von Plankton besteht doch noch ein Unterschied.
foobar99 19.08.2014
5. Verunreinigungen
Wenn das so spektakulär wäre, hätte man sofort davon gehört. Es wird sich bei dem Plankton einfach um kleinste Verunreinigungen handeln, die schon vor dem Einsatz im All da waren.
Wenn das so spektakulär wäre, hätte man sofort davon gehört. Es wird sich bei dem Plankton einfach um kleinste Verunreinigungen handeln, die schon vor dem Einsatz im All da waren.

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