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Wissenschaft

Mission "Rosetta"

Ingenieure testen Harpune für erste Kometenlandung

Letzte Tests für das kosmische Rendezvous: Im November soll die Raumsonde "Rosetta" das Minilabor "Philae" auf einem Kometen absetzen. Schaffen es Harpunen, den Lander in seinem Zielkometen zu verankern?

Dienstag, 29.07.2014   15:04 Uhr

Oberpfaffenhofen - Seit zehn Jahren schwirrt sie durchs All, nun läuft der Countdown für die Mission der europäische Raumsonde "Rosetta". Am 6. August soll sie den Kometen67P/Tschurjumow-Gerassimenko erreichen, im November dann soll die Landeeinheit mit dem Minilabor "Philae" aufsetzen. Die Vorbereitungen zur ersten unbemannten Landung auf dem Kometen gehen jetzt auf die Zielgerade.

Ingenieure testeten am Dienstag in Oberpfaffenhofen bei München eine Harpune, mit der die Landeeinheit "Philae" an dem Kometen verankert werden soll. Mit 90 Metern pro Sekunde jagte die Harpune in eine simulierte Kometenoberfläche aus Schaumbeton. "Im Prinzip hat es geklappt", sagte Stephan Ulamec, Projektleiter beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Ursprüngliche Himmelskörper erkunden

Die bei dem Versuch gewonnenen Daten wollen Fachleute vom DLR und Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) nun nutzen, um den im November geplanten Landevorgang zu optimieren.

"Philae" trägt zehn Instrumente an Bord, mit denen zum Beispiel die Beschaffenheit der Kometenoberfläche erfasst werden soll. Die Wissenschaftler erhoffen sich davon neue Erkenntnisse zur Entstehung unseres Sonnensystems und den Ursprüngen des Lebens.

Vor dem Andockmanöver soll "Rosetta" sich dem Zielkometen auf bis zu 100 Kilometer nähern. Das in der Raumfahrtgeschichte beispiellose Manöver birgt viele Risiken. "Wir wissen fast gar nichts", sagt ein Projektleiter. "Der Komet kann weich sein wie Pulverschnee oder hart wie Gletschereis." Mitte Juli kursierten zudem Bilder des Zielkometen im Internet, die nahelegen, dass der Brocken aus zwei Teilen besteht, was die Landung zusätzlich erschweren könnte.

Mit der Mission "Rosetta" will die europäische Weltraumorganisation Esa einen der ursprünglichsten Himmelskörper erkunden - Kometen sind Überbleibsel der Entstehung des Sonnensystems. Das gut eine Milliarde Euro teure Projekt steckt voller Premieren und Superlative. Nie zuvor wurde die Energie einer Raumsonde in so großer Sonnenentfernung von Solarzellen geliefert. Noch nie zuvor schwenkte eine Sonde auf eine Umlaufbahn um einen Kometen ein. Und noch nie wurde ein Forschungsmodul auf einem Kometen abgesetzt.

nik/dpa

insgesamt 20 Beiträge
egowehner 29.07.2014
1. Endlich!
Endlich eine Möglichkeit, die vielen überflüssigen Steuermilliarden unterzubringen.
Endlich eine Möglichkeit, die vielen überflüssigen Steuermilliarden unterzubringen.
flaviussilva 29.07.2014
2. Erstmal...
....drücke ich dem Rosetta-Team beide Daumen dass das Landemanöver klappt und auch der Rest der Mission ein Erfolg wird. Als nächstes, @egowehner wer bei Forschungsprojekten immer nur ans Geld denkt und von [...]
Zitat von egowehnerEndlich eine Möglichkeit, die vielen überflüssigen Steuermilliarden unterzubringen.
....drücke ich dem Rosetta-Team beide Daumen dass das Landemanöver klappt und auch der Rest der Mission ein Erfolg wird. Als nächstes, @egowehner wer bei Forschungsprojekten immer nur ans Geld denkt und von überflüssigen Steuermilliarden fabuliert, der hätte auch Kolumbus keine Unterstützung gewährt als er einen neuen Seeweg nach Indien finden wollte, der hätte unseren unbekannten Vorfahren davon abbringen wollen seine Zeit verschwenden, als dieser die ersten Steinwerkzeuge erfand. Mit dieser Denkweise hätten wir die Bäume nie verlassen !
erwachsener 29.07.2014
3.
Die Rosetta-Mission wird seit Mitte der 90er Jahre von der ESA finanziert und wird am Ende, wenn alles vorbei ist, eine Milliarde Euro gekostet haben. Der Anteil von Deutschland daran beträgt knapp 300 Millionen Euro und [...]
Zitat von egowehnerEndlich eine Möglichkeit, die vielen überflüssigen Steuermilliarden unterzubringen.
Die Rosetta-Mission wird seit Mitte der 90er Jahre von der ESA finanziert und wird am Ende, wenn alles vorbei ist, eine Milliarde Euro gekostet haben. Der Anteil von Deutschland daran beträgt knapp 300 Millionen Euro und wird über 20 Jahre verteilt. Für 300 M€ bekommen Sie in Hamburg keine Elbphilharmonie, in Berlin kein Stadtschloß und bei Ferrari keine Formel-1-Saison. Von einer Fußball-WM ganz zu schweigen.
wosenjohn 29.07.2014
4.
Genau! Mit diesem Geld könnte man eine kaputte Bank sicher für 2 oder 3 weitere Tage am Leben halten. Was sind schon wissenschaftliche Erkenntnisse gegen eine paar tägige Verzögerung des unweigerlichen Untergangs eines [...]
Zitat von egowehnerEndlich eine Möglichkeit, die vielen überflüssigen Steuermilliarden unterzubringen.
Genau! Mit diesem Geld könnte man eine kaputte Bank sicher für 2 oder 3 weitere Tage am Leben halten. Was sind schon wissenschaftliche Erkenntnisse gegen eine paar tägige Verzögerung des unweigerlichen Untergangs eines gegen die Wand gefahrenen privaten Unternehmens...
hdudeck 29.07.2014
5. Genauso wie Ihre Gehaltszahlungen
von mir als ueberfluessig angesehen werden. Vielleicht sollte Ihr Arbeitgeber diese mal ueberpruefen und nach unten korrigieren.
Zitat von egowehnerEndlich eine Möglichkeit, die vielen überflüssigen Steuermilliarden unterzubringen.
von mir als ueberfluessig angesehen werden. Vielleicht sollte Ihr Arbeitgeber diese mal ueberpruefen und nach unten korrigieren.

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