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Wissenschaft

Satellitenbild der Woche

Blauer Spritzer in der Sahara

Ein Klecks in Blauviolett: So erscheint das höchste Gebirge der Sahara, das Tibesti, wenn man ein normales Foto der Region aus dem All mit einer Infrarotaufnahme kombiniert. Dabei entsteht zudem eine optische Täuschung.

Freitag, 24.11.2006   17:52 Uhr

Vom Weltall aus betrachtet sorgt das Tibesti, ein Gebirgszug aus mehreren Vulkanen im Tschad, für eine optische Täuschung: Die Felskette scheint von Südwesten nach Nordosten (im Bild: von links unten nach rechts oben) an Höhe zu verlieren. Dabei ist das Gegenteil der Fall.

Im Südwesten, wo das in diesem Satellitenbild blauviolett schimmernde Felsgestein noch eine Linie bildet, ist das Gebirge nicht so hoch wie im nordöstlichen Teil, wo das Gebirge breiter und zerklüfteter ist. Nicht ganz unschuldig an dieser Illusion ist das Verfahren, mit dem dieses Satellitenbild kreiert wurde. Grundlage war ein Foto der Tibesti-Region aus dem Jahr 2003. Hinzu kamen Daten des "Terra"-Satelliten der US-Raumfahrtbehörde Nasa: Das eingebaute Advanced Spaceborn Thermal Emission and Reflection Radiometer (Aster) hat Licht aus dem nicht sichtbaren Infrarotbereich gemessen.

Das Ergebnis: Ein Satellitenbild, auf dem die Sahara orange ist (in der Aufnahme nur punktuell zu sehen). Die Abhänge erscheinen bräunlich und die Felsschluchten etwas heller, manchmal sogar mit einem Blaustich. Dieser deutet nicht auf Wasser hin, sondern auf Gestein und Erde, die beide etwas anders zusammengesetzt sind als die umliegenden Felsen und der Saharasand. Das Material stammt nach Angaben der Nasa von der abbröckelnden Kante eines Vulkankraters: Bimsstein und Asche finden sich in den Schichten auf der Oberfläche dieser Vulkanformation, die das höchste Gebirge der Sahara ist. Zu den größten Vulkanen gehört der Tarso Woon: Er ist 3100 Meter hoch.

fba

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