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Wissenschaft

Virgin Galactic

SpaceShipTwo bekommt Testlizenz

Vor fast zwei Jahren ist das SpaceShipTwo bei einem Erprobungsflug abgestürzt. Nun will man bei Virgin Galactic bald weitertesten. Eine wichtige Genehmigung der US-Behörden hat die Firma jetzt bekommen.

DPA
Mittwoch, 03.08.2016   11:29 Uhr

Man ist mächtig stolz bei Virgin Galactic. Nach einem mehrjährigen Verfahren, so berichtet die Firma, hat die zuständige Abteilung der US-Flugaufsicht FAA gerade eine wichtige Genehmigung ausgestellt: Das SpaceShipTwo darf vom Mojave Air and Space Port in Kalifornien zwei Jahre lang zu suborbitalen Testflügen abheben.

Weltraumtouristen, oder "Space Flight Participants", wie sie in der Behördensprache heißen, dürfen allerdings vorerst noch nicht mit. Bevor die FAA das erlaubt, will sie erfolgreiche Tests des Gesamtsystems im Flug sehen und deren Ergebnisse prüfen. Außerdem umfasst die Erlaubnis auch noch keine Starts vom Spaceport America im US-Bundesstaat New Mexiko, wie sie Virgin Galactic anstrebt.

Das SpaceShipTwo wird bei seinem Flügen zunächst von einem Trägerflugzeug ("WhiteKnightTwo") in die Luft gebracht. Dort zündet es seinen Raketenantrieb. Zwei Piloten sollen in der Zukunft bis zu sechs Weltraumtouristen an den äußeren Rand der Erdatmosphäre bringen. Die Firma hat Hunderte Vorbestellungen für die Tickets. Auf der Warteliste stehen Medienberichten zufolge Prominente wie der Astrophysiker Stephen Hawking, Hollywoodstar Leonardo DiCaprio und der kanadische Popsänger Justin Bieber.

Am Ende eines jeden Fluges landet das SpaceShipTwo eigenständig auf einer normalen Landebahn. Ende Oktober 2014 war es bei einem Test der "VSS Enterprise", des ersten SpaceShipTwo, allerdings zu einem tödlichen Unfall gekommen. Schuld war ein Bedienungsfehler des Co-Piloten. Der Mann kam bei dem Absturz ums Leben, der Pilot wurde schwer verletzt. Nach dem Unglück hatte Virgin-Galactic-Chef Richard Branson zweifelnden Vorbestellern versprochen, dass sie bei Interesse ihr Geld zurückbekommen können.

Das zweite Raumschiff der Firma, die "VSS Unity", ist bisher noch nicht in der Luft gewesen. Den Namen hat der berühmte Astrophysiker Stephen Hawking ausgesucht. Immerhin ist das Fluggerät Anfang dieser Woche schon einmal auf der Startbahn des Mojave Air and Space Port hin und hergefahren - gezogen von einem Geländewagen.

"Taxi Test" hieß das Ganze offiziell und war ebenfalls Teil der Erprobung. In einem nächsten Schritt dürfte die "VSS Unity" vom Trägerflugzeug in die Luft gebracht werden, ohne sich jedoch im Flug zu trennen. Das folgt dann später im Testprogramm. Bis Virgin Galactic tatsächlich Passagiere befördert, wird also noch einige Zeit vergehen.

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chs

insgesamt 2 Beiträge
wahrsager26 05.08.2016
1. Testlizenz
Eine gute Sache.Natürlich wird es irgendwelche Zeitgenossen geben,die stattdessen lieber das Geld bei Brot für die Welt sehen würden.Nein,es ist richtig,diese Technik zu entwickeln,denn eines fernen Tages werden nicht nur [...]
Eine gute Sache.Natürlich wird es irgendwelche Zeitgenossen geben,die stattdessen lieber das Geld bei Brot für die Welt sehen würden.Nein,es ist richtig,diese Technik zu entwickeln,denn eines fernen Tages werden nicht nur reiche Prominente die Erde aus der Schwerelosigkeit sehen können,sondern auch weniger Betuchte.Die Schwierigkeiten werden überwunden werden !Danke
Banause_1971 10.08.2016
2. Schön zu sehen, dass man nicht aufgibt.
Bei der Schaffung neuer Technikg wird es leider immer zu Unfällen und dem Verlust von Leben kommen. Das gehört dazu - so hart es klingen mag. Umso wichtiger ist es, sein Ziel nicht - wie beim Transrapid - einzustampfen. Man [...]
Bei der Schaffung neuer Technikg wird es leider immer zu Unfällen und dem Verlust von Leben kommen. Das gehört dazu - so hart es klingen mag. Umso wichtiger ist es, sein Ziel nicht - wie beim Transrapid - einzustampfen. Man stelle sich vor, Herr Diesel hätte nach einigen Explosionen, Verletzten und Toten in seiner Werkstatt die Entwicklung des Dieselmotors beendet. Oder die Entwicklung des Flugzeugs wäre zu einem Ende gekommen, gleich beim ersten Absturz eines Gleiters.

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